Quellensteuer - Neuerungen ab 01.01.2021

Steuerersparnisse für quellensteuerpflichtige Personen? Handlungsbedarf bei Arbeitgeber?

Die Neuerungen ab 01.01.2021 betreffen nicht nur die meisten Unternehmen, sondern auch quellenbesteuerte Personen

Was ändert für quellensteuerpflichtige Personen?

Für in der Schweiz wohnhafte, an der Quelle besteuerte Arbeitnehmer mit einem Bruttoeinkommen von über CHF 120‘000/Jahr findet bereits von Amtes wegen eine obligatorische nachträgliche ordentliche Veranlagung statt. Hier war auch bisher bereits das Ausfüllen einer Steuererklärung Pflicht und dies wird auch so bleiben.

Neu ab 01.01.2021 ist, dass auch in der Schweiz ansässige, quellenbesteuerte Arbeitnehmer mit Bruttoeinkünften unter CHF 120‘000/Jahr (welche bisher ihre Abzüge mittels einem vereinfachten Verfahren geltend machen konnten) die Wahl haben, ins nachträgliche ordentliche Verfahren aufgenommen zu werden und eine Steuererklärung einreichen können.

Wenn wir eine alleinstehende quellensteuerpflichtige Person anschauen, die brutto CHF 114'000 verdient und in Meggen LU wohnt, erfolgte bisher ein Quellensteuerabzug von CHF 15’700 (Tarif A0N). Da die Einkommensgrenze von CHF 120'000 nicht erreicht wurde, bestand für diese Person keine Möglichkeit, eine Steuererklärung einzureichen und vom tiefen Steuersatz in Meggen zu profitieren. Neu kann die im Beispiel genannte Person einen Antrag auf ein nachträglich ordentliches Verfahren stellen und eine Steuererklärung in Meggen einreichen, wodurch sich die Steuerlast auf rund CHF 13’000 reduziert. Ein ähnliches Szenario kann sich natürlich in vielen steuergünstigen Gemeinden schweizweit abspielen.

Wichtig ist, dass dieses Verfahren sobald es einmal gewählt wurde, für alle weiteren Jahre gilt. Dies unabhängig davon ob die Steuerschuld im nachträglichen ordentlichen Verfahren höher ausfällt als an der Quelle oder nicht. Die bisher vorhandene Möglichkeit zur Erstellung eines Antrags zur Tarifkorrektur entfällt und wird durch das beschriebene Wahlrecht ersetzt. 

Dieses Wahlrecht erlischt, sofern der Antrag für die Umstellung nicht bis zum 31. März des auf das Steuerjahr folgenden Jahres gestellt worden ist. Einmal gestellte Anträge können nicht mehr zurückgezogen werden.

Gerne prüft unser dipl. Treuhandexperte Petar Eldic, ob bei Ihnen Anpassungsbedarf besteht und Sie als quellensteuerpflichtige Person von Steuerersparnissen profitieren können. Nehmen Sie mit uns Kontakt auf.

Gibt es auch Änderungen mit Auswirkungen auf Arbeitgeber?

Die Mehrheit der Neuregelungen und Präzisierungen betrifft tatsächlich die Arbeitgebenden, da die Quellensteuer durch den Schuldner der steuerbaren Leistung, den sog. SSL, einbehalten und abgeführt werden muss. So müssen Arbeitgeber zukünftig z.B. zwingend mit dem zuständigen Kanton abrechnen. Es wird daher nicht mehr zulässig sein, alle quellenbesteuerten Arbeitnehmer im Sitzkanton des Unternehmens abzurechnen.

Handlungsbedarf besteht vor allem für Arbeitgebende, die keine moderne Lohnverarbeitungssoftware im Einsatz haben. Die umfangreichen und teilweise komplexen Bestimmungen zu Jahresmodell/Monatsmodell, Stundenlöhnern, Teilzeitbeschäftigten etc. werden Arbeitgeber vor Schwierigkeiten stellen.

Haben Sie quellensteuerpflichtige Arbeitnehmer? Prüfen Sie Ihren Anpassungsbedarf. Gerne steht Ihnen unser dipl. Treuhandexperte Petar Eldic für Fragen und Umsetzung zur Verfügung.