Neue Besteuerungslösung für den Arbeitsweg von Geschäftsautoinhabern

Die private Nutzung des Geschäftsfahrzeugs wird neu mit einer Pauschale besteuert, die auch die Fahrkosten zum Arbeitsort umfasst. Die Eidgenössische Steuerverwaltung setzt diese Verordnungsänderung auf den 1. Januar 2022 in Kraft.

Die Berufskostenverordnung regelt für die direkte Bundessteuer neu, dass die private Nutzung des Geschäftsfahrzeugs (inkl. Arbeitswegkosten) pro Monat mit 0,9 Prozent des Fahrzeugkaufpreises versteuert werden kann. Bisher beträgt die Pauschale 0,8 Prozent. Die Fahrkosten zum Arbeitsort (ohne Aussendienstanteil) müssen seit dem 1. Januar 2016 mit 70 Rappen pro Kilometer als Einkommen in der Steuererklärung deklariert werden. Davon können bei der direkten Bundessteuer bis maximal 3’000 Franken als Berufskosten abgezogen werden, während die Kantone Höchstbeträge nach kantonalem Recht oder unbeschränkte Beträge erlauben.

Mit der neuen Regelung entfallen die Aufrechnung für den Arbeitsweg und der Fahrkostenabzug bei der direkten Bundessteuer. Dazu entfällt für Arbeitgeber die Pflicht, den Anteil Aussendienst auf dem Lohnausweis zu deklarieren. Trotz der Änderung bleibt es jedoch weiterhin möglich, die effektive private Nutzung mit einem Fahrtenheft abzurechnen und den Fahrkostenabzug geltend zu machen.

Was Sie ab dem 1. Januar 2022 beachten sollten

Die Änderung verringert zukünftig die administrativen Aufwände für Arbeitgebende und Arbeitnehmende, erhöht jedoch die Sozialversicherungsbeiträge, die Quellensteuern und die MWST.

Die neue Regelung erlaubt dem Arbeitgebenden, den Anteil Aussendienst auf dem Lohnausweis (gesamtschweizerisches Dokument) unter den Bemerkungen nicht mehr zu deklarieren, da die Aufrechnung für Arbeitsweg und Fahrkostenabzug in der neuen Pauschale berücksichtigt ist.

Da gemäss Erläuterungen zur Berufskostenverordnung 20 Kantone gegen die neue Lösung waren, ist noch offen, ob die Kantone diese Lösung ebenfalls übernehmen. Falls nicht, wäre es möglich, dass die Arbeitgebenden für gewisse Kantone die Aussendiensttage mit einer separaten Bescheinigung trotzdem aufführen müssen.

Natürlich können Steuerpflichtige weiterhin die effektive private Nutzung mit einem Bordbuch abrechnen. Das wurde in der Praxis weniger genutzt.

Bei sogenannten Servicewagen wird kein Privatanteil über die Lohnbuchhaltung aufgerechnet, weil sie nicht privat genutzt werden können (feste Installationen usw.). In diesen Fällen nimmt der Arbeitgebende für den Arbeitsweg trotzdem ein Kreuz im Feld F auf dem Lohnausweis vor (unentgeltliche Beförderung zw. Wohn- und Arbeitsort). Diese Handhabung ist gemäss unseren Abklärungen nicht von den Änderungen betroffen.

Fazit

Betroffene Mitarbeitenden mit einem langen Arbeitsweg profitieren von der neuen Lösung. Bei einem kurzen Arbeitsweg und einem hohen Aussendienstanteil kann es jedoch vorteilhaft sein ein Fahrtenheft zu führen und den Fahrkostenabzug geltend zu machen. Dies ist jedoch im Einzelfall individuell zu prüfen.

Alles in allem wollte man eine Erleichterung für alle Beteiligten erreichen. Ob diese tatsächlich eintrifft, wird sich zeigen. Eine überarbeitete Version der Wegleitung zum Ausfüllen des Lohnausweises ist derzeit noch nicht verfügbar

 

Haben Sie Fragen zur Besteuerung von Geschäftsfahrzeugen? Dann nehmen Sie mit unserem dipl. Treuhandexperten Petar Eldic Kontakt auf. Er berät Sie gerne.