Besteuerung von Zweitliegenschaften während Covid-19

Nutzungsmöglichkeiten von Ferienliegenschaften sind aufgrund Covid-19 beschränkt. Wirkt sich das auf die Besteuerung aus?

Die Nutzungsmöglichkeiten von Liegenschaften im 2020

Benützung einer Ferienwohnung oder eines Ferienhauses im Ausland war während der gesamten Zeit der Grenzschliessungen und des Lockdowns absolut ausgeschlossen. Auch eine Einstufung des jeweiligen Landes zum Risikogebiet, mit einer Quarantänepflicht nach der Rückkehr in die Schweiz, verunmöglichte oder erschwerte es, ein Feriendomizil im Ausland aufzusuchen und seine Zweitliegenschaft zu nutzen.

Selbst nach der Aufhebung einiger Länder als Risikogebiet, ist die Empfehlung des BAG klar: „Bleiben Sie zu Hause und vermeiden Sie nicht geschäftliche Reisen.“ Für die Schweiz galt ebenso, dass man sich nicht unnötig bewegte und während des Lockdowns nur wenn es unbedingt notwendig war verreiste.

Demzufolge wurde (und wird noch immer) das eigene Feriendomizil sowohl innerhalb als auch ausserhalb der Schweiz deutlich weniger genutzt und zur Vermeidung der Verbreitung der COVID-19 Viren, auf unnötige Reisen verzichtet.

Reduktion des Eigenmietwertes für Zweitliegenschaften als Möglichkeit zum Ausgleich?

Nach wie vor erhebt die Schweiz als beinah einziges Land der Welt, die Einkommenssteuer auf fiktive Einkünfte selbstgenutzter Liegenschaften, sowohl innerhalb als auch ausserhalb der Schweiz. Für ausländische Liegenschaften erfolgt zwar keine direkte Besteuerung dieses sogenannten Eigenmietwerts, jedoch wird er zur Satzbestimmung herbeigezogen und beeinflusst die Höhe der Einkommenssteuer deshalb gleichwohl. (Siehe Blog: «Müssen Ferienhäuser im Ausland in der Schweizer Steuererklärung deklariert werden?»)

Die Tatsache, dass die Ferienliegenschaften im Ausland, aber auch in der Schweiz (insbesondere im Tessin und im Wallis) wegen der oben genannten Einschränkungen weniger genutzt werden können beziehungsweise konnten, müsste unserer Auffassung nach die Steuerbehörden anregen, eine Reduktion der jeweiligen Eigenmietwerte mindestens für das Jahr 2020 zu gewähren, aber auch für die noch folgende weitere Zeit, solange die Einschränkungen noch andauern. Die bisher kommunizierten Regeln, z.B. zu Berufskosten, gehen jedoch eher in die Richtung, sowohl positive als auch negative Auswirkungen der Corona-Pandemie steuerlich unberücksichtigt zu lassen. Wir vermuten, dass das auch der Standpunkt der Steuerbehörden in Bezug auf Eigenmietwerte sein wird.

Individuelle Beurteilung der Situation

Die Restriktionen sind und waren Orts- / Länderspezifisch unterschiedlich, was eine individuelle Beurteilung der Situation notwendig macht und dadurch allenfalls eine Reduktion des Eigenmietwertes rechtfertigen würde. Ebenso sind die persönliche Situation und die spezifisch geltenden Vorschriften bei Ihrer Steuererklärung für eine korrekte Beurteilung heranzuziehen. Es kann daher nicht pauschal gesagt werden, dass in jedem Falle eine Reduktion der Eigenmiete gegeben ist und diese auch von den Steuerbehörden akzeptiert wird, auch wenn dies aus unserer Sicht sehr wünschenswert wäre.

Gerne steht Ihnen unser dipl. Treuhandexperte Petar Eldic für Fragen gerne Verfügung.